Ein geiler Bock war Fridolin,
Gemietet von dem Herrn,
Zu vögeln die Gebieterin,
Die Gräfin von Savern;
Denn mit dem Grafen war's vorbei,
Zu schwach schon längst der Fickerei,
Wollt's äußerst selten ihm gelingen,
Den schlappen Schwanz zum Steh'n zu bringen.
Der Graf, ein sehr gefäll'ger Mann,
Er wusste wohl recht gut,
Wie, wenn man nicht mehr vögeln kann,
Es jungen Weibern tut;
Drum mietet er ihr einen Knecht,
Das war der Gräfin eben recht,
Weil er, wie Salisch, ohn' Ermatten
Sie zwölfmal täglich konnt' begatten.
Drum zog der ganzen Dienerschar
Ihn auch die Gräfin vor,
Und ihre schöne Fotze war
Ihm stets ein off'nes Tor.
Sie hielt ihn nicht wie ihren Knecht,
Es gab sein Schwanz ihm Eh'mannsrecht,
Und wahre Himmelslust sie fühlten,
Wenn Schwänzchen sie verstecken spielten.
Darob entbrannt in Roberts Brust,
Des Jägers gift'ger Groll,
Dem längst von geiler Ficksuchtslust
Die Nille mächtig schwoll.
Er trat zum Grafen, rasch zur Tat
Und öffnet des Verführers Rat;
Als einst vom Jagen heim sie kamen,
Streut er ins Herz des Argwohns Samen.
Wie seid ihr glücklich, edler Graf,
Hub er voll Arglist an,
Euch raubet nicht den gold'nen Schlaf
Des Zweifels eitler Wahn.
Und, wahrlich traf bis jetzt noch nie
Euch Filzlaus oder Venerie?
Möchten immer die Franzosen
Entfernet sein aus euren Hosen!
Da fasst der Graf sich an den Latz
Und zieht hervor den Schwanz,
Und spricht: Bis heute, lieber Schatz,
War er noch immer ganz.
Zwar ewig schlapp, doch stets gesund,
Mein Glauben steht auf festem Grund,
Vom Schwanz des Grafen von Saverne
Bleibt, hoff' ich wohl, der Schanker ferne.
Doch Robert spricht: Versteht mich recht,
Aufmerksamkeit verdient
Wohl Fridolin, der treue Knecht,
Der euer Weib bedient.
Denn täuschen mich die Sinne nicht,
So ist venerisch dieser Wicht.
Wie, fällt der Graf ihm ein, und zittert,
Wo hast du dieses ausgewittert?
Wie, was erfüllet aller Mund,
Das birgt sich in meinem Herrn?
Doch glaubet ihr, er sei gesund,
Wohlan, so schweig ich gern.
Was! Sagt der Graf, Kanaille sprich,
Sonst auf dem Fleck kastrier' ich dich;
Hast du - ach es ist zum Vergehen - ,
Hast du den Schanker selbst gesehen?
Das nicht, jedoch die Pflaster, die
Er alle Tage schmieret,
Wie er die Nille sich ausspritzt
Und sie mit Höllenstein touchieret.
Gut, spricht der Graf, ich weiß genug,
Nur schweig', mach' deine Sache klug;
Ja, Robert, sollte es dir glücken,
Sollst du mein Weib statt seiner ficken.
Jetzt war der Graf am Schweineschloss
So eben arriviret,
Wo man den jungen Schweinetross
Mit Messern kühn kastrieret.
Da kam ihm der Gedanke ein:
Auch er soll bald kastrieret sein,
Dann kann, mit Venerie beladen,
Er meiner Nille nichts mehr schaden.
Zwei Schweineschneider standen dort
Und schnitten voller Wut;
Zu diesen spricht er: Bleibt am Ort
Und was ich sage, tut.
Der erste, welcher kommt und fragt,
Habt ihr schon, was der Herr gesagt,
Ihr Schneider den Befehl vollführt,
Wird ohne weiteres kastriert.
Drob freut sich das entmenschte Paar
Mit wahrer Henkerslust,
Denn kalt, wie kalter Bauer, war
Das Herz in ihrer Brust.
Die Messer wetzten sie nunmehr
Und bringen Stricke schnell daher,
Um, wenn er kommt, ihn festzubinden,
Damit nicht Widerstand sie finden.
Drauf Robert zum Gesellen spricht
Mit falschem Heuchelschein:
Frisch, fauler Bengel, säume nicht,
Der Herr begehret dein.
Der Herr, er spricht zu Fridolin:
Musst gleich zum Schweinestalle hin
Und frag' den Schweineschneider dort,
Ob sie getan nach meinem Wort.
Und jener spricht: Es soll gescheh'n,
Und geht. Doch hält er still,
Und denkt: Erst will ich fragen geh'n,
Ob sie gefickt sein will!
Und vor die Gräfin stellt er sich:
Zum Schweinestalle schickt man mich,
Soll ich erst vögeln, ist's dein Wille,
So sei's, denn dir gehört die Nille.
Darauf die Dame von Savern
Spricht: Ich bin teufelsvoll,
Ich wäre zwar gefickt ganz gern,
Doch ist mein Bauch zu voll.
Drum geh' nur heut ins Hurenhaus
Und spritze deinen Schlauch dort aus,
Ich will dir meine Nichte schicken,
Du find'st sie dort und kannst sie ficken.
Und froh der sehr willkomm'nen Pflicht
Macht er in Eil' sich auf,
Und hat den Schweinestall noch nicht
Erreicht im schnellen Lauf,
Da lässt die Geilheit ihm nicht Ruh',
Er geht dem Hurenhause zu
Und denkt, du kannst beim Rückweg fragen,
Ob der Befehl schon abgetragen.
Und als er kommt, da findet schon
Er den Chirurgus dort
Der Fotzen-Visitation
Hier hält an diesem Ort.
Der ladet Fridolin gleich ein,
Behilflich ihm dabei zu sein.
Und dieser macht sich schnell zu schaffen,
Die alten Fotzen zu begaffen.
Er hatte erst vor kurzer Zeit
Die Medizin studieret,
War in die Fotzen eingeweiht,
Bevor er relegieret.
Fasst kundig jetzt ein Mensch am Bein,
Und steckt die Hand zur Fotz hinein;
Der Feldscheer mit der Sonde gründet,
Ob Tripper er, ob Schanker findet.
Als alles endlich visitieret,
Da waschen beide sich;
Und Fridolin hält tief gerühret
Nunmehr dem Fräulein Stich.
So oft es ihm nur heute glückt,
Wird sie von hinten auch gefickt,
Und nach der Gräfin Machtgebot
Fickt Fridolin sie fast zu Tod!
Als brav er sich nun ausgespritzt,
Da gehet er hinweg,
Und kömmt schwach, matt und abgefickt
Jetzt an den Schweinedreck.
Er sieht die Schweineschneider steh'n
Und fragt, ob der Befehl gescheh'n.
Sie zeigen Eier ihm und Messer
Und fragen: Wer kastriert wohl besser?
Die Antwort bringt er seinem Herrn
Im vollen Lauf zurück;
Als der ihn kommen sieht von fern,
Traut er kaum seinem Blick.
Ha, spricht der Graf, wo kommst du her?
Du läufst ja noch verteufelt sehr,
Ach Gott, er ging nicht in die Falle,
Kömmst Bengel du vom Schweinestalle?
Ja, Herr, doch dass ich so verweilt,
D'ran ist die Gräfin schuld,
Ich wär' fürwahr noch mehr geeilt,
Spräch sie nicht voller Huld:
Geh hin, mein Sohn, ins Hurenhaus
Und vögle meine Nichte aus!
Dort ward ich in Beschlag genommen
Und konnt' deshalb nicht früher kommen.
In dumpfes Staunen sinket hin
Der Graf, entsetztet sich,
Welch' Antwort ward dir, Fridolin,
Am Schweinestalle, sprich!
Herr, dunkel war der Rede Sinn:
Man wies mich nach zwei Eimern hin,
Und zeigte Eier mir und Messer
Und fragte: Wer kastriert wohl besser?
Und Robert?, fällt der Graf ihm ein -
Ihm ward ganz schauerlich -,
Sollt er dir nicht begegnet sein?
Sprich, Fridolin, so sprich!
Ja, ja, dort ist er, gar nicht weit,
Was Teufel!, seht, er geht ganz breit.
Nun, ruft der Graf, und steht vernichtet:
Der Schweineschneider hat gerichtet!
Und gütig, wie er nicht gepflegt -
Nimmt er des Dieners Schwanz,
Besichtigt ihn, wird tief bewegt
Und findet ihn im Glanz;
Steckt ihn der Gräfin selbst hinein
Und spricht: Kein Engel ist so rein,
So vögelt denn - ich bin geborgen -,
Meinetwegen auch bis übermorgen!